Text: Max Frey

Millionär, großer Rapid-Fan und möglicherweise ein Umkrempler. Das sind die Attribute, die heimische Printmedien dem möglichen Rapid-Präsidentschaftskandidaten Roland Schmid zugeschrieben haben. Reine Spekulationen, oder ist doch etwas dran? Fakt ist, dass der 43-Jährige ein erfolgreicher Unternehmensgründer und mit seiner Firma seit einigen Jahren Rapid-Sponsor ist. Wird er im Fall der Fälle das Wahlkomitee überzeugen können?

Wird die Vorwahlzeit bei Rapid zu einem Two-Horse-Race? Roland Schmid ist jedenfalls der Mann, der gemeinhin neben Martin Bruckner als Favorit auf die Nachfolge Michael Krammers gehandelt wird. Gewissermaßen stellt der Gründer von IMMOunited den Herausforderer dar, kommt doch Bruckner aus den Reihen des derzeitigen Präsidiums.

Es war das übliche Spiel: Kaum war den heimischen Medien zu entnehmen, dass Martin Bruckner als Vertreter des aktuellen Präsidiums eine Kandidatur für das Präsidentenamt bei Rapid andenkt, fiel der nächste Name. Dieser lautet Roland Schmid und gehört zu einem 43-jährigen Unternehmer, der laut Medienberichten den SK Rapid mit einer Menge neuer Ideen führen möchte.

 

„Ein Millionär für den geforderten Neustart!“ lautete Ende März der Titel der Krone, unter welchem sie den „Top-Kandidaten für den heißen Präsidenten-Stuhl“ vorstellte. In weiterer Folge war den Printmedien zu entnehmen, dass im Falle einer Kandidatur und Präsidentschaft Schmids eine tragende Rolle für Michael Konsel vorgesehen sei. Der frühere „Panther“ gehört inzwischen aber nicht mehr dem Team des möglichen Kandidaten an.

Im Jahr 2007 hat der gebürtige Wiener, der jetzt in Klosterneuburg lebt, das Unternehmen IMMOunited gegründet. Als Ein-Mann-Betrieb gestartet, stieg man mittlerweile zum Marktführer in der Online-Bereitstellung von Informationen rund um Immobilientransaktionen in Österreich auf. Derzeit beschäftigt die Firma 70 Personen, seit sieben Jahren ist sie auch als Rapid-Sponsor aktiv – die letzten beiden Jahre sogar als sogenannter Premiumpartner.

Der IMMOunited-Inhaber sieht durchaus Parallelen zwischen seinem Unternehmen und dem SCR: „Mit Rapid verbindet uns der Kampfgeist, die Bodenständigkeit und das Streben nach Erfolg. Wir verfolgen gemeinsam ambitionierte Ziele“, ist der Grundsatz des Besitzers von drei VIP-Logen im neuen Weststadion. Sich selbst bezeichnet Schmid als „Teamplayer“, sein Fanleben als Rapidler begann einst mit Schulfreunden auf der „Nord“.

Ob Roland Schmid nun tatsächlich für die grün-weiße Präsidentschaft kandidiert, war bei Redaktionsschluss noch offen. Medienberichte und Infos aus dem Vereinsumfeld legen dies aber nahe. Schon länger vom Tisch ist jedenfalls eine zwischenzeitlich kolportierte Variante, wonach er als vorgeschobener Präsident für den Investor und Milliardär Michael Tojner ins Rennen gehen würde. Auch ein offenbar ursprünglich angedachtes Mitwirken im „Team Bruckner“ hat sich zerschlagen.

Was seine Vorstellungen und Konzepte für die Führung des österreichischen Rekordmeisters sind, müsste Schmid im Falle einer Kandidatur zunächst dem Wahlkomitee präsentieren. Medial wurde jedenfalls über einen gewissen Veränderungswillen spekuliert, der wohl auch zu großen personellen Umwälzungen in der Hütteldorfer Geschäftsführung führen würde. „Lediglich Trainer Didi Kühbauer darf davon ausgehen, seinen Job zu behalten“, hieß es etwa im Kurier. Sich an solchen Mutmaßungen zu beteiligen, wäre unseriös. Daher heißt es nun einmal abwarten. Das Wahlkomitee ist am Zug.