Text: Max Frey 

Martin Bruckners Name war der erste, der in diesem Frühjahr konkret in den Medien als möglicher Kandidat für das Präsidentenamt bei Rapid genannt wurde. Als Angehöriger des bestehenden Präsidiums wird er als Wunsch-Nachfolger von Noch-Präsident Michael Krammer gehandelt. Doch wofür steht der 54-Jährige?

Mit Martin Bruckner selbst zu sprechen, war uns für diese Ausgabe leider nicht möglich. Der aktuelle Finanzreferent im Rapid-Präsidium unter Krammer ließ Forza Rapid mit höflichen Grüßen mitteilen, dass er sich vor dem ersten Termin mit dem Wahlkomitee nicht öffentlich äußern möchte – nicht zuletzt aus Respekt vor diesem Gremium. Dies möchten wir ihm natürlich zugestehen.

Der Wiener ist seit 2013 Sprecher des Vorstands der Allianz Investmentbank AG, seine Kernaufgaben im jetzigen grün-weißen Präsidium sind Finanzen, Controlling und Finanzierung. Vom Kurier wurde er deshalb als „Mann für die Zahlen“ bei Rapid bezeichnet. In dieser Rolle ist er auch Rapid-Mitgliedern bekannt, die bei den Mitgliedertreffen und Hauptversammlungen der letzten Jahre seine großteils sachlichen und unaufgeregten Finanzberichte zu hören bekamen.

 

Schon seit Längerem pfeifen die Spatzen von den Hütteldorfer Dächern, dass sich der im Herbst abtretende Krammer Bruckner als seinen Nachfolger wünscht. Krammer dementierte das zwar im in dieser Ausgabe abgedruckten Interview und fügte hinzu, dass wohl auch dieser Kandidat im Falle seiner Wahl einiges verändern würde. Doch allein aus der Tatsache, dass Bruckner seit sechs Jahren – also in beiden Amtszeiten Krammers – dem Rapid-Präsidium angehört, lässt sich schon eine gewisse Kontinuität ableiten, für die dieser Kandidat wohl steht.

Das bestätigte indirekt auch der aktuelle Vizepräsident Nikolaus Rosenauer: “Ich halte Martin Bruckner für den am besten geeigneten Präsidentschaftskandidaten und unterstütze sein Team, wurde das u. a. für Recht und Versicherung zuständige Präsidiumsmitglied im Frühjahr im Kurier zitiert. Anders als bisher soll das Präsidiums-Team von Bruckner auch durch eine Rapid-Legende verstärkt werden, dazu legte Präsident Krammer (Anm.: siehe Interview ab Seite 37) die Rutsche zu Gerry Willfurth. Ob der Mittelfeld-Rackerer der Achtziger-Jahre tatsächlich im Team sein wird, das der 54-jährige Vater zweier Kinder dem Wahlkomitee präsentieren wird, war zum Zeitpunkt der Drucklegung noch unklar.

Über die Finanzgebarung und mögliches Agieren am Transfermarkt in Zeiten der „schwarzen Null“ sagte Bruckner bei Rapids Hauptversammlung Ende 2018: „(…) wir werden das mit Maß und Ziel, mit Risikobereitschaft, aber nur so viel, wie wir tragen können, durchziehen. Wir werden keine Hasardspiele machen, sondern das, was notwendig und erforderlich, was unter Abwägung aller Risiken und Chancen, möglich ist.“ (Anm.: zitiert aus dem Blog „gruenaufweiss.at“) Die Ausgangsposition eines möglichen Rapid-Präsidenten Martin Bruckner lässt sich daraus schon andeutungsweise ableiten: Auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament stehend gilt es nun, die sportliche Seite voranzutreiben. Dazu wird das eine oder andere Risiko nötig sein, dazu wurden aber auch schon erste Schritte – Stichwort Nachwuchsakademie – gesetzt.